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Es ist Samstag.
Fasnachtssamstag bedeutete in diesem Jahr den Samstag nach Heidugger, den Samstag nach Rank. Bedeutet eigentlich den Samstag im Rank.
Weniger verwunderlich war es daher, dass das eine oder andere zerknitterte Gesicht vor der Katholischen Kirche zu sehen war. Beten wollten wir zwar nicht (obwohl's vielleicht gar nicht mal so ne üble Idee gewesen wäre) aber der Start für den Untersiggenthaler Umzug war dort.
Über Umzüge lässt sich nicht wahnsinnig viel erzählen, ausser dass man halt rumzieht und versucht, sich auf das Laufen und Spielen gleichzeitig zu konzentrieren. Das tönt dann manchmal schief, manchmal schön, manchmal zusammen, manchmal versetzt und manchmal hört man Solos wo gar keine wären, aber meistens tönt's eigentlich ganz gut.
Wienerli und Brot sind auch jedes Jahr vorhanden, so dass auch diejenigen die ihr Zuhause schon lange nicht mehr besucht haben etwas zwischen die Zähne bekommen...
Wir haben gespielt, die Leute haben zugehört und das war prächtig so.
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Der Zeitraum bis hin zum nächsten Auftritt wurde individuell gestaltet. Einige der Mitglieder nutzten dies zum Glätten der Falten vom Freitag und andere wichen dem Kater aus.
Zwischendurch stärkte sich ein Teil des mehr oder weniger zerknitterten Haufens in der „Spedition“, die zwar herrliches Essen serviert, ihre Toiletten aber getrost mal Fasnächtlerfreundlicher anschreiben dürfte… Dann ging es los mit dem ersten Auftritt auf dem Bahnhofsplatz, wo die Bässe so „inengetschädderet“ haben, dass die Lutzgläser auf den Tischen gehüpft sind, bevor sie von den Lupenreinen Tönen der Trompeten in der Luft zerschmettert wurden. Die Trümmelerfraktion legte mit ihren Schlegeln ein Tempo vor, dass es jedem 100Meter Sprinter glatt den Schnauf abstellen würde, während das Hörnliregister die Leute mit ihren zartklingenden Melodien zum Weinen brachte. Die Posaunen pfefferte eine Hookline nach der anderen raus, dass selbst der Dieter Bohlen bleich wie ein Baguette mit Mayonnaise geworden wäre.
Völlig verstört von unserer grandiosen Darbietung blieb die Meute im Zelt sitzen und verpasste den ersten Rückwärtsrythmus in der Geschichte der Badener Fasnacht.
Der Auftritt am Kirchenplatz war im Gegensatz zum ersten Auftritt leider nicht ganz so erwähnenswert, weil wir unsere Kräfte sammeln wollten für den stets gut gefüllten Cordulaplatz.
Wegen der Verspätung hatten wir kaum Zeit, den Weg vom Kirch- bis zum Cordulaplatz zurückzulegen und unsere Choreographie einzustudieren, für die wir extra den Weltberühmten Tanzcoach Jens B! Brändli gebucht hatten, weshalb wir uns entschlossen das grosse Spektakel auf den Theaterplatz zu verschieben.
Am Cordulaplatz brachten wir die Menge zwar zum toben, aber die absolute Wahnsinnsshow sollte erst noch kommen.
Am Theater dann, das Grande Finale. Wir gaben nochmals alles bis zum letzten Ton, der Rhythmus klopfte fast die Felle kaputt und der einte oder andere Holzschläger gab der Schlagkraft nach, und teilte sich entzwei.
Die Zuschauer waren natürlich auch super! So riefen die einen oder anderen von wem sie ein Kind möchten und Namen welche ihnen besonders geblieben sind, brüllten sie laut auf die Bühne. Über die ganze Show hinweg gingen natürlich weder Klang, noch Dynamik verloren und so war dieser Auftritt der grandiose Abschluss für diesen Abend.
Jasi Gyseler Simone Läng
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